Königsbrunn, 18.10.2026 (pca). "Brauchen wir das wirklich?", hieß es in Königsbrunn Anfang der 1970er Jahre. 50 Jahre danach besteht wahrlich kein Zweifel mehr daran. Das Caritas-Seniorenzentrum St. Hedwig in der Blumenallee gilt heute als "das Urgestein und der Fels der Seniorenbetreuung" in Königsbrunn, wie nun Bürgermeister Franz Feigl bei der Jubiläumsfeier sagte. Die CAB Caritas Augsburger Betriebsträger gGmbH hatte als Träger der Senioreneinrichtung zum Festgottesdienst mit Landes-Caritasdirektor und Hausseelsorger Dr. Andreas Magg und zum Festakt eingeladen. Dabei wurde auch Susanne Jonas, die seit 2001 das Haus leitet, offiziell in den Ruhestand verabschiedet.
Das Caritas-Seniorenzentrum St. Hedwig zählt heute 103 Pflegeplätze und 130 Mitarbeitende in der Pflege, Hauswirtschaft und Verwaltung. 1976, als das Haus eröffnet wurde und sich entgegen den Erwartungen sehr schnell füllte, hatte man Zimmer für 88 "rüstige" Seniorinnen und Senioren und nur 20 Pflegeplätze im dritten Stock. Dank der vielen Kontakte des früheren Diözesanbischofs Dr. Josef Stimpfle (1963 - 1992) wurde der kroatische Schwesternorden der Dienerinnen Christi, die bereits eine Niederlassung in Stuttgart eröffnet hatten, für die Pflege gewonnen. Zwischen 15 und 20 Schwestern leisteten zunächst diesen Dienst in den Folgejahren. Heute sind es nicht einmal mehr eine Handvoll, die im Haus mithelfen. Seit 1998 gehört das Haus zur CAB Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH, einer einhundertprozentigen Tochter des Augsburger Diözesan-Caritasverbandes.
Der Zuspruch für das Caritas-Seniorenzentrum bis heute, zeige sich schon in den Anfängen. Das Gelände um die Blumenallee hätte vorwiegend evangelischen Landwirten gehört. Im ökumenischen Geist hätten sie damals die Grundstücke an die katholische Kirche verkauft. Das sei der ursprüngliche Grundstein für das damals nur 12.00 Einwohner zählende Königsbrunn gewesen. "Ein Glücksfall für unsere Stadt", sagte Feigl in seiner Festansprache.
Vieles war anfänglich weit entfernt von den späteren Selbstverständlichkeiten. Daran erinnerte Erwin Gruber. Er hatte das Haus von 1976 bis 2000 als Verwaltungsleiter geführt. "Die erste Zeit fuhr eine rüstige Bewohnerin mit über 80 Jahren jeden Tag mit dem Fahrrad zur Post", erinnerte er im Gespräch mit der CAB - Geschäftsführerin Brigitta Hofmann. "Auch die Bushaltestelle fehlte noch."
Im Sommer 2001 übernahm Susanne Jonas die Einrichtungsleitung. Es sollte eine Zeit werden, die davon geprägt war, "niemals stehen geblieben zu sein, sondern sich immer weiter entwickelt zu haben", wie Nikolaus Oblinger, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der CAB, beim Festakt sagte. Zwei Drittel der Jahre seit 2001 war das Caritas-Seniorenzentrum St. Hedwig eine Baustelle. Die Zimmer mussten für den steigenden Pflegebedarf umgebaut und den sich wechselnden Bedarfen und gesetzlichen Vorgaben angepasst werden. 2006 kam das Haus Gertrud für Bewohnerinnen und Bewohner mit Demenz hinzu. 2013 weihte der frühere Diözesanbischof Dr. Konrad Zdarsa (2010 - 2019) die neu geschaffene Kapelle des Hauses, für die sich der damalige Diözesan-Caritasdirektor und heute Landes-Caritasdirektor Dr. Magg eingesetzt hatte. Auch die Gemeinschaftsräume mussten umgestaltet werden. Jonas habe durch ihre "innere Ruhe, ihre Gabe, Dinge pragmatisch anzugehen, aber auch klare Entscheidungen zu treffen" das Haus schließlich zu dem gemacht, was es für ihren Nachfolger ist: "Ein hervorragend geführtes Haus, eine für heute zeitgemäße Senioreneinrichtung", wie es Hofmann sagte. Auch Bürgermeister Feigl konnte dies bestätigen. "Menschen, die heute bei Ihnen einziehen, erzählen mir, wie hochzufrieden und begeistert sie hier sind."
Jonas‘ Erfolg liegt wohl auch in ihrem Führungsstil begründet. "Sie haben mit viel Herz geführt", sagten die Pflegedienstleitung Lisa Willer und die Hauswirtschaftsleitung Gabriele Freitag. Jonas selbst betonte die Bereitschaft zur Zusammenarbeit: "Wir haben alle gut zusammengehalten." Jürgen Kirsch, derzeit noch Leiter des Caritas-Seniorenzentrums St. Theresia der CAB in Mering wird ab Dezember 2026 die Leitung übernehmen.